via Berneroberland ins Wallis

Man hat eine Tour geplant, konnte nicht teilnehmen und musste Lobgesang und tolle Fotos des Freundes Damian zur Kenntnis nehmen und staunen. So landete für mich die Rennradtour über "alternative Pässe" oder auch teilweise eher unbekannte Pässe auf der bucket list. 

 

Damit der bucket list Ordner nicht überquellt, habe ich mich zur Abarbeitung entschlossen.

 

Gespannt, voller freudiger Erwartungen starte ich ein weiteres Kapitel "lerne das schönste Land" besser kennen.


Tag 1: über de Brünig und die gross Scheidegg a Thunersee

Start geglückt! Tolles Wetter, wenn auch etwas kühl. Nun ja, dem schafft man mit schnellerem treten Abhilfe und schon steigt die Körpertemperatur😉

Zum ersten Mal fuhr ich am rechten Seeufer entlang (kleiner Teil Gravelstrecke in Kauf genommen) über Wilen nach Lungern. Empfehlenswert!

Der Aufstieg zur grossen Scheidegg bietet einfach tolle Rampen mit stattlichen Neigungsprozenten… 

Man steigt und steigt und trotzdem bleibt man der kleine Velofahrer zb am Fusse des Wetterhorns.

Ein Sandwich auf der Passhöhe und geniessen 🥪

Schöne Abfahrt nach Grindelwald und dann wieder teilweise Gravelstrecke nach Interlaken, wenn man dem Radweg folgt. 

Zahlen:

138 Kilometer
2‘615 Höhenmeter
7 Std 4 Min im Sattel

Tag 2: Pässe, die nicht jeder kennt und sicher nicht gefahren ist😉

Ok, mein Freund Damian kennt sie und ist sie gefahren 👍 

Bei herrlichem Wetter bin ich in Leissigen gestartet.., noch nicht warm gefahren und schon hat mich das Pfff… Teufelchen geärgert. Trotz meinen zwei „linken Händen“ habe ich den Platten erfolgreich geflickt.

Das Diemtigtal, eine Perle, der Gestelenpass, noch mehr Perle; romantisch, malerisch und auch fahrtechnisch abwechslungsreich. 

Eher bekannt der Jaunpass, welcher mit konstant gleichbleibender Neigung einfach zu fahren ist und was wichtig ist, man kann die Landschaft geniessen. 

Der letzte Anstieg zum Mittelberg war dann wieder knackig, dies wegen einer Umleitung. 

Die abschliessende Fahrt ins Saaneland, durch Gstaad nach Gsteig ein wunderbares Ausfahren.

Zahlen:
100 Kilometer
2‘888 Höhenmeter
6 Std 14 Min im Sattel


Tag 3: das nächste Pässefestival… und wieder „Neuland“

Nomen est omen: nicht nur im Bären übernachtet, wie ein Bär gespiesen und habe wieder „Bärenkräfte“ 😂

Etwas muss ich noch loswerden: hervorragend gegessen, aber die Serviceangestellte brachte mich zum kochen… auf meine Frage, ob sie zufrieden sei mit den Gästen, musste ich von einer „Älpler“ Oberländerin eine Hasstirade, übelste Schimpfwörter, Verschwörungstheorien und und und über mich ergehen lassen. Der Staat unterdrückt uns und bestraft uns mit Zwangsmassnahmen als wären wir in Afghanistan! Spitäler auf dem Land werden geschlossen, damit man keine Plätze für Covid Kranke hat, dabei handelt es sich ja nur um eine harmlose Grippe mit ein wenig Atemwegproblemen… 
Mein Ratschlag an die Ungeimpfte: falls es sie doch erwischt, ja nicht einen Arzt oder Spital aufsuchen, das Problem erledigt sich von selbst…

Morgenstund hat… tönt zwar abgedroschen, aber bringt den frühen Start auf den Punkt. Ruhe, Sonnenaufgang, frische Luft und den Berg hochtreten… das ist aktive Wellness 😀

So ging es hoch zum Col de Pillon mit Sicht zu Glacier 3‘000.

Vorbei an Les Diablerets und hoch zum Col de la croix. Was folgte war eine laaange Abfahrt über Villars auf guten und schlechten Strassen bis Bex.

Gespannt war ich auf die nächsten Pässe. Von Martigny Richtung Col de la Forclaz, jedoch nach kurzem Stück Abzweigung zum Col des Planches… nicht zu verpassen, die Steigung gibt den Tarif an: bis 18/19 % gleich zu Beginn. Traumhafte Sicht ins Unterwallis. 

Einmal oben gehts zuerst asphaltiert und später Naturstrasse, mit Rennrad aber gut fahrbar zum Col du tronc und Col du lein. Wunderschöne Lärchenwälder. 

Das Glück, diese herrliche für mich unbekannte Alpenlandschaft zu erleben unterstrich das 🐖 und stand Spalier😉

Wie gewonnen, so zerrannen die Höhenmeter wieder bis ins Tal. 

Übernachten in Conthey und morgen noch das Dessert der 4 Tages Tour geniessen. 


Tag 4: Das „Gala Dessert“ zum Abschluss: Sanetschpass 👌

Ohne wenn und aber: der Sanetschpass hochzuradeln ist ein grossartiges Erlebnis. Eigentlich hätte man beste Aussicht auf die Mont Blanc Gruppe… leider waren diese 4’000er heute von Wolken verdeckt. Dies tat dem Highlight keinen Abbruch. Zu viele andere tolle Landschaftsmotive, von den Weinbergen über die Schluchten bis hoch zum Gletscher etc liessen mich die 1‘700 Höhenmeter am Stück mit Genuss hochstrampeln.

 Wer das noch nicht gemacht hat… nicht zögern, denn ihr werdet begeistert sein! 

Zahlen:
55.8 Kilometer
1‘842 Höhenmeter
3 Std 40 Min im Sattel